Quavon Development
AI-Cyber3 Min. Lesezeit

SOCRadar fand 51 Agentenprofile in der Angriffsinfrastruktur von CyberXero

SOCRadar rekonstruierte eine reale Angriffsinfrastruktur mit 51 Claude-Code-Agentenprofilen und einem zweiten PentAGI-System. Die Untersuchung trennt belegte Datendiebstähle von bloßer Aufklärung.

Redaktion von Quavon DevelopmentVeröffentlicht Aktualisiert
Die kurze Antwort

SOCRadar fand bei der Untersuchung des Angreifers CyberXero 51 spezialisierte Claude-Code-Agentenprofile und eine separate PentAGI-Installation. Die Forscher dokumentierten kompromittierte Websysteme und Datenabflüsse bei vier ukrainischen Organisationen. Die Funde belegen einen AI-gestützten Angriffsbetrieb, nicht dass 51 Agenten gleichzeitig autonom arbeiteten.

SOCRadar hat am 6. Oktober 2026 die Infrastruktur eines Angreifers untersucht, der unter dem Namen CyberXero auftrat. In einer ungeschützten Arbeitsablage fanden die Forscher mehr als 90.000 Dateien: Sitzungsprotokolle, Agentenkonfigurationen, Arbeitsstände und Daten aus angegriffenen Systemen. Dadurch ließ sich erstmals ein größerer Teil des tatsächlichen AI-Einsatzes in dieser Kampagne rekonstruieren.

Die Untersuchung beschreibt zwei unterschiedliche Operationsbereiche. Einer richtete sich breit gegen öffentlich erreichbare Web- und E-Commerce-Systeme. Der andere konzentrierte sich auf ausgewählte ukrainische Energie- und Versorgungsorganisationen. SOCRadar bestätigt Datenabflüsse bei vier ukrainischen Organisationen und spricht von Daten zu mehr als 628.000 betroffenen Personen. Bei weiteren untersuchten Zielen ist dagegen nur Aufklärung belegt. Diese Trennung ist wichtig, weil eine Zieladresse in einem Agentenlog noch keinen erfolgreichen Einbruch nachweist.

51 Agentenprofile sind keine 51 gleichzeitig arbeitenden Agenten

Auf dem primären System fand SOCRadar 51 spezialisierte Konfigurationen für Claude Code. Sie beschreiben unterschiedliche Aufgabenbereiche eines arbeitsteiligen Sicherheits- beziehungsweise Angriffswerkzeugs. Daneben lief eine zweite, getrennte AI-Komponente: das Agentenframework PentAGI war mit einer vorhandenen Sicherheitswerkzeug-Infrastruktur verbunden.

Die Zahl 51 bezeichnet nach den veröffentlichten Belegen Agentenprofile. Aus ihr lässt sich weder ableiten, dass alle gleichzeitig aktiv waren, noch, dass sie ohne menschliche Steuerung arbeiteten. SOCRadar beschreibt gerade bei ausgewählten Zielen weiterhin manuelle Untersuchungsschritte. Der technisch belegte Befund ist die Kombination aus Agentenrollen, bestehenden Tools und gemeinsamen Arbeitsdaten.

Für die breit angelegte Webkampagne berichtet SOCRadar aus einem beobachteten Lauf 4.708 geprüfte Ziele, 429 erreichbare Administrationsoberflächen und 32 abgelegte Fernzugriffskomponenten innerhalb von 61 Sekunden. Diese Zahlen stammen aus der Untersuchung der Angreiferdateien und sind keine unabhängig erhobene Gesamtschadensstatistik. Sie zeigen die Geschwindigkeit einer konkreten automatisierten Sequenz, nicht die Erfolgsquote des gesamten AI-Systems.

Sitzungsprotokolle dokumentierten auch verweigerte Anfragen

Die offengelegten Sitzungsdaten enthielten sowohl Modellantworten als auch abgelehnte Aktionen. Mehrere problematische Anforderungen wurden nach SOCRadars Darstellung wiederholt verweigert. Andere Abläufe wurden über neue Sitzungen weiterbearbeitet. Eine pauschale Aussage, die Sicherheitsregeln von Claude hätten vollständig versagt, wäre damit nicht gedeckt.

Die Protokolle zeigen zugleich, dass Agenten-Logs wesentlich mehr enthalten können als gewöhnliche Betriebsmetriken. Sie dokumentieren Aufgaben, Ziele, interne Arbeitsstände und teilweise Zugangsdaten. In diesem Fall lagen diese Informationen in einer von außen lesbaren Ablage. Genau dieser Konfigurationsfehler ermöglichte den Forschern die Rekonstruktion.

Für Unternehmen, die Coding-Agenten oder autonome Sicherheitswerkzeuge einsetzen, folgt daraus eine konkrete Betriebsanforderung: Agentenprotokolle benötigen Zugriffsschutz, begrenzte Aufbewahrung und eine Trennung von Zugangsdaten. Ein Agentenlauf sollte außerdem nachvollziehbar einem menschlich freigegebenen Auftrag und einem begrenzten Berechtigungsscope zugeordnet werden können.

Der Zusammenhang zwischen AI und einzelnen Schäden bleibt begrenzt nachweisbar

SOCRadar identifizierte acht zusammenhängende Infrastrukturknoten und eine gemeinsame Arbeitsumgebung. Das ist stärkere Evidenz als eine bloße Behauptung, ein Angreifer habe AI verwendet. Trotzdem erlaubt der Bericht keine saubere Zuordnung jedes erfolgreichen Zugriffs zu einem bestimmten Modellaufruf. Bestehende Automatisierung und menschliche Arbeit waren ebenfalls beteiligt.

Die unabhängige Aufarbeitung durch Cybersecurity News vom 7. Oktober bestätigt die von SOCRadar beschriebene Kombination aus Claude Code, PentAGI und klassischen Werkzeugen. Die Detailzahlen und die Attribution stammen weiterhin aus SOCRadars eigener Untersuchung.

Quellen: SOCRadar Threat Research Unit, „CyberXero: An AI-Augmented Initial Access Broker Targeting Ukrainian Critical Infrastructure“, 6. Oktober 2026; Cybersecurity News, „CyberXero Combines Claude Code, PentAGI and Cobalt Strike in AI-Augmented Cyberattacks“, 7. Oktober 2026.

Starten wir durch

Sollen wir uns das ansehen?

Erzählen Sie uns, was entstehen soll. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung zu Umfang, Zeitrahmen und Risiken — und eine klare Antwort, ob wir das richtige Team dafür sind.

Kostenloses Erstgespräch
Oder E-Mail senden

Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden